250 Kilogramm chemisch gebundener Wasserstoff am größten Binnenhafen der Welt: Im Projekt HYINPORT arbeiten die Forschenden daran, einen innovativen Großspeicher in die umliegende Infrastruktur einzubinden. Sie wollen nachweisen, dass die Lagerung von Wasserstoff auch in großen Mengen und bei niedrigem Druck möglich, effizient und sicher ist.
In seiner Reinform kann Wasserstoff bisher nur unter sehr hohem Druck und bei extremen Tieftemperaturen sinnvoll gespeichert werden. Wird Wasserstoff jedoch chemisch gebunden, ist die Lagerung deutlich effizienter und zudem sicherer. Vielversprechend ist das vor allem im Bereich kritischer Infrastrukturen wie Bahnanlagen, Krankenhäusern oder Häfen. Denn für ihre konstante Versorgung mit grüner Energie bedarf es großer Energiespeichermöglichkeiten.

Metallhydridspeicher: Mehr Effizienz und größere Sicherheit
Im Projekt HYINPORT soll die großtechnische Lagerung von grünem Wasserstoff in einem infrastrukturkritischen Bereich nun erstmalig untersucht werden. Konkret arbeiten die Forschenden daran, einen 250 Kilogramm schweren Metallhydridspeicher in das enerPort-Microgrid am Duisburger Hafen zu integrieren. Dabei wird der Wasserstoff chemisch in einer Metallgitterstruktur gebunden, was bereits bei einem geringen Druckniveau möglich ist. Und für Wasserstoffspeicher gilt: je niedriger der Druck, desto geringer das Gefahrenpotential. Zudem sind für die Metallhydridbildung keine zusätzlichen Energieverbräuche notwendig, was sowohl die Effizienz als auch die Wirtschaftlichkeit der Speichertechnologie enorm erhöht.
HYINPORT: Sektorenübergreifend Synergien nutzen
Die Einbindung des Großspeichers in die umliegende Infrastruktur am Duisburger Hafen erlaubt weiterhin eine deutliche Steigerung der Effizienz des gesamten Microgrids. Bei der Ein- und Auslagerung des Wasserstoffs als Metallhydrid entsteht Wärme. Die so entstehende Abwärme kann an die angrenzenden Verbraucher weitergeleitet und beispielsweise als Heizwärme zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzung dieser Synergien ermöglicht eine innovative Art von Systemeffizienz und stärkt damit den nachhaltigen Wandel zur Klimaneutralität.
Land fördert Machbarkeitsstudie
Die Forschenden untersuchen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zunächst die technisch-rechtlichen Voraussetzungen für die Integration eines solchen Metallhydridspeichers in das enerPort-Microgrid. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt dafür eine Fördersumme von 200.000 Euro zur Verfügung. In einer zweiten Phase soll dann die reale Einbindung des Speichers in der Praxis überprüft werden.